Mit einem Festakt in der Berliner Bartholomäuskirche soll der Geburtstag am heutigen Freitag gefeiert werden. Es wird ein Innehalten sein, pünktlich zur Hälfte der zehnjährigen Amtszeit des Theologen, eine kurze Pause in einem dichten Arbeitsleben.

Denn die rund eine Million Gemeindeglieder zählende Landeskirche steht mitten in einem noch von Dröges Vorgänger Wolfgang Huber angestoßenen Reformprozess. Doch wo Huber auf "Best-Practice"-Beispiele, auf strategisch durchdachte Konzepte von oben setzte, orientiert sich Dröge an der Gemeindebasis. Die Kreativität vor Ort sei das Entscheidende, sagte er am Wochenende beim Reformkongress der EKBO. Daneben ist Dröge vor allem als Fürsprecher des interreligiösen Dialogs bekannt geworden. Zudem kritisierte er in den letzten Monaten immer schärfer die immer prekärere Situation von Flüchtlingen in Deutschland. "Es ist Bürgerpflicht, in Wort und Tat dazu beizutragen, dass unser Land seine humanitäre Verantwortung wahrnehmen kann", sagte der Theologe in einer Predigt im Berliner Dom. "Wir können nicht alle aufnehmen, die weltweit leiden. Aber wir können unseren Beitrag leisten."

Zu seinem Geburtstag nun machte die Evangelische Kirche in Deutschland dem Berliner Theologen, der bereits Aufsichtsratsvorsitzender des Evangelischen Werks für Entwicklung und Diakonie ist, ein ganz besonderes Geschenk: Wenn im November in Dresden die EKD-Synode zusammenkommt, soll Dröge in den Rat der EKD, das oberste Leitungsgremium des deutschen Protestantismus, gewählt werden. Und auch der brandenburgische Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD), ein überzeugter Protestant, reiht sich unter die Gratulanten ein. "Sie verstehen es, offen, besonnen und ausgleichend auf die Menschen zuzugehen", schrieb er in einem Glückwunsch. "Damit stellen Sie auch ganz persönlich unter Beweis: Die Kirche bleibt, ganz gleich, wie turbulent die Zeiten auch sein mögen, ein fester Bestandteil unserer Gesellschaft."