Davon war sie so beeindruckt, dass sie fortan den "Holm & Lück"-Fanklub führt und mit den Stars auf Du und Du steht.
Ein hartes Brot verdient die Sächsin. Um drei Uhr nachts klingelt ihr Wecker. Eine halbe Stunde später steht die Ottendorferin im Kuhstall und melkt. Leicht fällt ihr das extrem frühe Aufstehen nicht. Aber die gelernte Zootechnikerin hat einen Trick, wie sie gegen die Müdigkeit ankämpft: Schlager von Andreas Holm und Thomas Lück. Die kommen ihr leicht über die Lippen. Bereits im Auto schmettern die Gassenhauer vom Band. Sie kennt und trällert jede Zeile der Evergreens mit, wie Thomas Lücks "Wo kommt der Schnee auf dem Kilimandscharo her" oder Andreas Holms "Varadero". Und auch beim Melken pfeift und singt sie leise Schlager ihrer Stars. Am passendsten wohl: Thomas Lücks tierisches Stimmunglied "Eene, Meene, Muh". Nach der Arbeit geht Ramona Wiedemann täglich in ihr Fanzimmer. Ganz wie bei einem Teeni sind die Wände voller Plakate, Fot os, Schallplattenhüllen und Autogrammen. Sie besitzt Kerzen, Tassen und Uhren mit ihren zwei Lieblingen. Inmitten dieser bunten Fanartikelwelt koordiniert sie stundenlang die Arbeit für den harten Kern der rund 70 Barden-Anhänger in ganz Deutschland und Bulgarien. Manchmal muss sie sich dabei zwicken, um festzustellen, dass ihr Tun kein Traum ist. Denn, der wäre es gewesen, als sie mit zehn Jahren Andreas Holm in ihr Herz schloss.
Dass ihre Klassenkameraden eher auf Abba oder Michael Holm standen, störte sie nicht. Sie begann alles über Andreas Holm zu sammeln. Aber ihr Wunsch, ihn einmal live bei einem Konzert zu sehen, blieb unerfüllt. "Ottendorf liegt nun mal tief in Sachsen und nicht bei Berlin", war sie sich bewusst. Nach der Heirat mit Melker Jürgen zog sie drei Kinder groß. Der Fan fiel in den Dornröschenschlaf. Aber nachdem die Mädchen aus dem Haus waren, hatte Ramona Wiedemann wieder Zeit und stieß so zum "Holm & Lück"-Fanklub, der 2001 gegründet wurde. Durch ihn erlebte sie am 7. September 2002 das erste Mal die beiden Schlagerstars hautnah. "Nach dem fantastischen Konzert schenkte ich ihnen eine Flasche Sekt mit einem selbst geschriebenen Gedicht", denkt sie zurück. Seitdem sitzt sie stets in der ersten Reihe, wenn Andreas Holm und Thomas Lück auftr eten. Mit ihnen steht sie inzwischen auf Du und Du, nachdem sie die Leitung des Fanklubs übernahm. Ihr größter Traum ging in Erfüllung, als die zwei Sänger sie in ihrem Ottendorfer Wohnzimmer besuchen kamen. Gemeinsam wurde gelacht, gesungen, in Erinnerungen geschwelgt. "Ich hätte vor Glück die Erde anhalten können", gibt sie zu.