So beteiligten sich unlängst vier Wehren, die DLRG, das Technische Hilfswerk, die DRK-Wasserwacht, die Polizei sowie die DRK-Rettungssanitäter in Meißen an einem "Tag des Rettungswesens", um den Jahrestag würdig zu begehen, sagt der Verantwortliche für die Rettungsdienste im Rathaus der Stadt.
Meißen erinnert dabei an die Vereidigung von 132 Freiwilligen für das neu gegründete Feuerlöschkorps am 17. Juli 1841. Doch die Geschichte der Brandbekämpfung reicht bis ins Mittelalter zurück. Bereits im 12. Jahrhundert verpflichteten die Burggrafen Mannschaften zur Bekämpfung der Feuersbrünste, erklärt Rudolph. Angesichts der Enge der Straßen der Elbestadt war dies sinnvoll. In der wachsenden Handwerkerstadt am Fuß der Albrechtsburg übernahm später der Rat der Stadt die Initiative. Vor allem die Handwerker mussten den Umgang mit Feuerlöschgeräten lernen, wobei man bewusst auf die beruflichen Fähigkeiten zurückgriff.

Neue Aufgaben für Wehr
Im 17. Jahrhundert gab es neue Aufgaben für die Brandbekämpfer. 1637 hatten die Schweden die Stadt erobert, geplündert und in Brand gesetzt. Erst 1662 wurden mit- hilfe der Feuerwehr die Trümmerberge und die im Dreißigjährigen Krieg geschlagenen Lücken beseitigt. Mehrere Stadtbrände im 19. Jahrhundert riefen den sächsischen König auf den Plan. Dieser ordnete die Aufstellung von Brandbekämpfungskorps innerhalb der Armee an, was sich jedoch verzögerte.
Zur gleichen Zeit wollten Städte wie Chemnitz und Hamburg städtische Feuerwehren einrichten. Doch Meißen kam ihnen mit der Gründung des Feuerwehrkorps zuvor. Von der Domstadt aus verbreitete sich die Idee der freiwilligen Feuerwehr in ganz Deutschland, Meißen wurde quasi zur "Mutter" der freiwilligen Wehren. Etwa 1865 wurde der Begriff "Feuerlöschkorps" durch "Feuerwehr" ersetzt.
Von Anfang an waren die Meißner Brandbekämpfer auch außerhalb der Stadt im Einsatz. Zwei Einsätze blieben bis heute in Erinnerung. Am 13. Februar 1945 wurden die Meißner ins nahe Dresden gerufen. Über 24 Stunden lang bekämpften sie mit ihren Kollegen das Feuer nach den verheerenden Bombenangriffen. Nach Kriegsende wurde die Meißner Wehr zudem zu Aufräumungsarbeiten nach Dresden gesandt. 20 Jahre zuvor, am 26. Mai 1925, hatte im Riesa-Gröba das Hobel- und Sägewerk gebrannt, ebenfalls ein denkwürdiger Großeinsatz für die Meißner Helfer. Der Einsatz dauerte drei Tage, da Flammen ein nahe gelegenes Chemiewerk bedrohten.

Keinen Nachwuchsmangel
Heute besteht die Meißner Wehr aus 58 Aktiven und 20 Jungfeuerwehrleuten. Laut Rudolph gibt es keinen Nachwuchsmangel. Die Wehr besitzt 13 Löschzüge und eine Drehleiter. 2007 sollen die beiden letzten DDR-Löschfahrzeuge ausgemustert werden. Am Samstag will die Stadt unter anderem mit einer umfassenden Technikpräsentation glänzen. Dabei wird das neue Tunnellöschfahrzeug der Meißner Wehr präsentiert, das eigens für einen neuen Elbtunnel der Stadt angeschafft wurde.