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Zweite Warnstufe

Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt. Vor allem im Computer. pro9

So bekam die seitdem zutiefst verwirrte Autorin dieser Kolumne folgende E-Mail-Nachricht: "Sie nutzen zurzeit 97,88 Prozent der maximalen Speicherkapazität Ihres persönlichen Laufwerks G: und haben somit die zweite Warnstufe erreicht." Allerdings wurde der Server, der diese Nachricht schickte, schon seit Jahren abgeschaltet, und das Laufwerk G gibt es auch nicht.

Das lässt nun, ganz logisch, folgende Schlüsse zu: 1. Gleich fliegt aufgrund eigener Anwenderfehler die Welt auseinander - und es ist unklar, ob noch Zeit zur Reue bleibt. Schließlich wird nicht erwähnt, wie viele Warnstufen es gibt. 2. Es handelt sich um eine Nachricht aus dem Jenseits, vielleicht von der genau ein Jahr vorher verstorbenen Schildkröte, deren Name mit "G" begann.

3. Die Geheimdienste haben sich eingeschaltet. Wenn die Zahl der Buchstaben G in der E-Mail mit 97,88 multipliziert und das Ergebnis in den Rauchmelder geflüstert wird, geht in Nordkorea eine Atomrakete hoch. 4. Es gibt noch eine Möglichkeit, die die Autorin aufgrund geistig-emotionaler Überlastung nicht erkennt. Denn sie nutzt in ihrem Laufwerk G wie Gehirn schon 97,88 Prozent ihrer Speicherkapazität.