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| 18:39 Uhr

Leitartikel Zusatzbeitrag kann sinken
Sahnehäubchen

Stefan Vetter
Stefan Vetter FOTO: LR / Redaktion
Der gesetzlichen Krankenversicherung insgesamt geht es wegen der guten wirtschaftlichen Konjunktur finanziell blendend. Da macht es auch Sinn, den Versicherten wenigstens einen kleinen Teil ihrer Beiträge zu erlassen. Von Stefan Vetter

Den Spielraum, den der Schätzerkreis dafür sieht, hat sich nun auch Gesundheitsminister Jens Spahn zu eigen gemacht. Um 0,1 Prozentpunkte kann der durchschnittliche Zusatzbeitrag demnach im kommenden Jahr sinken. Das ist sicher nicht viel. Und jede Kasse legt ihren Zusatzbeitrag für 2019 ja auch noch selber fest. Umso mehr  lohnt es sich jedoch, genauer hinzuschauen. Der von den rund einhundert gesetzlichen Kassen jeweils erhobene Zusatzbeitrag schwankt gegenwärtig zwischen null und 1,7 Prozent. Das ist eine große Bandbreite. Spahns Festlegung dürfte manche Kasse dazu zwingen, an dieser Stelle wettbewerbsfähiger zu werden, ihren Zusatzbeitrag also zu senken. Auch wenn die günstigsten Anbieter zumeist regional tätig sind, häufig lässt sich bei einem Kassenwechsel trotzdem sparen.

Der Spielraum beim Zusatzbeitrag selbst ist allerdings nur gewissermaßen das Sahnehäubchen auf eine grundlegende politische Kurskorrektur, von der die allermeisten Versicherten auch ohne eigenes Zutun profitieren werden: Mit der Rückkehr zur Beitragsparität teilen sich die gesetzlich  Krankenversicherten die Belastung ab dem kommenden Jahr wieder komplett mit den Arbeitgebern. Die Wirtschaft ist dann bei jedem Kostenanstieg im Gesundheitswesen wieder mit im Boot. Das erhöht den Druck, die Mehrausgaben in Zaum zu halten.

Die Rückkehr zur Beitragsparität bedeutet freilich zunächst einmal höhere Lohnnebenkosten.  Auch deshalb passt es ganz gut in die Landschaft, wenn Spahn mit der Option einer Senkung des Zusatzbeitrags ein  Trostpflaster bereithält, um die Unternehmen bei der ganzen Operation etwas milder zu stimmen.⇥politik@lr-online.de