ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 22:53 Uhr

Kommentar
Blick aufneue Aufgaben

Jan Selmons
Jan Selmons FOTO: Sebastian Schubert / LR
Die Chancengleichheit in deutschen Schulen scheint zu steigen. Das ist eine wichtige Nachricht der aktuellen Pisa-Studie. Doch das ist kein Grund für Zufriedenheit. Im Gegenteil: Der Teufel steckt im Detail. Wichtiges Ergebnis: Die Chancengleichheit steigt mit der sozialen Mischung der Klassen. Das widerspricht jedoch dem Trend zur Entmischung. In der Praxis wurden Kinder immer früher getrennt.

Schuld sind nicht die Kinder, die viel lieber länger in ihren Klassenverbänden der Grundschule bleiben wollen. Stattdessen will die Elite ihre Kinder schneller von den „Kevins“ und „Chantals“ – wie es in entsprechenden Kreisen oft abwertend heißt – trennen. Schließlich ist das eigene Kind „was Besseres“. Das ist Unfug, wie die Ergebnisse zeigen. Kinder lernen am besten in geordneter Atmosphäre bei stetigen Ansprechpartnern. „Vertrauen“ heißt das Zauberwort und geordneter Unterrichtsablauf mit engagierten Lehrern. So wird ein Schuh draus.

Denn Deutschland kann es sich nicht leisten, seine Kinder im stotternden Bildungsapparat zu zermürben. Die Studienergebnisse sind kein großer Erfolg, sondern ein Aufgabenzettel für die neue Regierung.