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| 19:32 Uhr

Online-Banking
Bravo!

Markus Grabitz
Markus Grabitz FOTO: Redaktion / LR
Der Verbraucher hat viele Gründe, sich über die Digitalisierung im Finanzbereich zu freuen. Neue Dienstleister haben den Platzhirschen unter den Banken bereits in vielen Bereichen Konkurrenz gemacht. In andere Geschäftsfelder, etwa bei Überweisungen in Nicht-Euro-Wirtschaftsräume, drängen die jungen Anbieter gerade erst herein. Hier ist noch mehr Wettbewerb gewünscht. Er könnte dazu beitragen, dass die hohen Preise im Zahlungsverkehr sinken. Es liegt zudem auf der Hand, dass die Finanzdaten der Verbraucher zu einem immer wertvolleren Gut werden. Von Markus Grabitz

Die Sparkassen, Genossenschaftsbanken und auch die Privatbanken geraten damit  unter enormen Druck.  Dass die Finanz-
industrie versucht, ihr Geschäftsmodell so lange wie möglich zu schützen, ist verständlich. Die EU muss bei der Regulierung eine Gratwanderung hinlegen.

Einerseits darf sie Horrorszenarien der Finanzbranche nicht auf den Leim gehen. Wenn es nach ihnen ginge, würde den neuen Anbietern das Geschäft erschwert, Wettbewerb würde abgewürgt. Alles bliebe beim Alten.

Andererseits muss Brüssel sicherstellen, dass sich keine Wildwest-Manieren breitmachen. Mit den  neuen Regeln im Onlinebanking ist der Kommission dieses Austarieren gut gelungen. Sie stellen sicher, dass Drittanbieter die Daten der Kunden einsehen und nutzen können, wenn der Verbraucher dies ausdrücklich erlaubt hat. Im Gegenzug muss sich der Anbieter klar ausweisen und bekommt nur die Daten, die er wirklich für die Transaktion braucht.

So wird die Branche aufgemischt: Es darf nicht sein, dass die herkömmlichen Spieler der Finanzindustrie ein Monopol auf den Zahlungsverkehr bekommen. Neue Anbieter sind herzlich willkommen. Sie müssen sich aber an die Regeln des Datenschutzes halten. Dies stellt Brüssel nun sicher. Bravo!

⇥politik@lr-online.de