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| 20:50 Uhr

Kommentar
Lausitzer brauchen Perspektiven

Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: Sebastian Schubert / LR
Das ist ernüchternd. Auch fast 29 Jahre nach der Wende im Osten liegt das Lohnniveau deutlich unter dem des Westens. Klar, günstigere Produktionskosten waren neben horrenden Förderquoten DAS Argument auch für Großkonzerne, im Osten zu investieren. Doch wie nachhaltig manche Investitionen waren, fragen sich gerade die Siemens-Beschäftigten in Görlitz, wo der Konzern die verlängerte Werkbank nach Ausschöpfen aller Fördertöpfe und Abschreibung der Investition am liebsten abbauen will.

Mit viel Engagement und unkonventionellen Ideen versuchen die Lausitzer junge Fachleute zur Rückkehr zu bewegen. Die Aktionen heißen „Comeback Elbe-Elster“, „Ankommen in Brandenburg“ oder „Sachse komm zurück“.

Anfang der 2000er-Jahre reichten 3000 Mark Umzugsprämie, um Brandenburger und Sachsen zu Tausenden gen Westen zu ziehen. Neben der Prämie bekamen die Menschen damals aber noch etwas viel wichtigeres, nämlich eine Aufstiegsperspektive. Mal ehrlich: Wie sieht diese Perspektive angesichts des scheinbar zementierten Gehaltsunterschiedes aus, wenn jetzt der Osten ruft?
jan.siegel@lr-online.de