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| 20:48 Uhr

Kommentar
Manchmal helfen Schweine

 Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Wenn es um Insektizide im Wald geht, prallen Auffassungen kompromisslos aufeinander. Die Front verläuft zwischen Natur-Fundamentalisten und sturen Forstökonomen mit der chemischen Keule im Anschlag. Von Jan Siegel

Keiner kann die absolute Wahrheit für sich beanspruchen.

Viele Brandenburger Wälder haben nichts gemein mit gesunden, sich selbst regulierenden Mischbiotopen, die Schädlingen die natürliche Widerstandskraft der Vielfalt entgegensetzen. Schuld daran sind wir, die wir Wälder in monokulturelle Nutzholzplantagen verwandelt haben. Schädlinge fressen in dürren Jahren ganze Kiefernwälder kahl. Da kommt Panik auf bei Waldbesitzern und Forstingenieuren. Chemie scheint die Rettung.

Andererseits beweist ein Chemieverbot in der Lieberoser Heide, dass am Ende viele „unbekämpfte“ Schädlingslarven die Wildschweinpopulation dort explodieren ließen. Die Schweine haben die Schädlinge am Ende einfach weggefressen. Beim Chemieeinsatz ist Augenmaß gefragt. Am Waldumbau geht nichts vorbei. Und in Einzelfällen braucht’s vielleicht auch mal ein bisschen Chemie, wo Plantagen noch kein Wald geworden sind.
jan siegel@lr-online.de