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| 20:40 Uhr

Kommentar
Keiner will immer Filmstar sein

Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Der Gedanke ist schon gruselig. Ich weiß nicht, ob ich es so gut fände, wenn künftig alle Menschen anfangen würden, allerorts im öffentlichen Raum zu filmen. Nicht nur mit einer Dashcam im Auto, sondern auch einfach so mit jedem x-beliebigen Smartphone. Von Jan Siegel

Nun gehöre auch ich zu denen, die von sich selbst behaupten, nichts zu verbergen zu haben. Aber mal ehrlich, fänden Sie beispielsweise gut, wenn ein Wildfremder einen Film über Sie dreht, während Sie mit Freunden auf dem Cottbuser Altmarkt feiern und schon ein bisschen „unkonzentriert“ werden? Das Dashcam-Urteil des Bundesgerichtshofes hat trotzdem Sinn. Es wäre absurd, Bilder, die eine offensichtliche Schuld oder Unschuld beweisen können, für rechtlich unzulässig zu erklären. Wo bleibt da der von jedem Bürger erwartete normale Menschenverstand?

Trotzdem plädiere ich für Maß und Ziel. Wer unmotiviert filmt, um zu denunzieren, muss sich auch künftig strafbar machen. Wer aber im Auto eine Kamera hat, die Aufnahmen nach einer Minute überschreibt und bei einem Zusammenstoß automatisch sichert, der darf nicht bestraft werden.