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| 19:24 Uhr

Kommentar SPD im Umfragetief
Zuhören statt Besserwisserei

Stefan Vetter
Stefan Vetter FOTO: k r o h n f o t o . d e
Die Umfragen für die SPD sind unterirdisch. Deshalb dominieren dort Frust und Verzweiflung. Und eine ordnende Hand sucht man einstweilen vergebens. Andrea Nahles steckt noch das schlechte Ergebnis bei ihrer Wahl zur Parteivorsitzenden in den Knochen. Olaf Scholz ist für den Geschmack vieler Genossen nur  der rote Zwillingsbruder seines schwarzen Amtsvorgängers Wolfgang Schäuble. Und ein Provinzfürst wie Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller kommt mit seinem „solidarischen Grundeinkommen“ als politischer Geisterfahrer daher.

Wer mag sich da noch  für die SPD erwärmen? Wehklagen und Panikmache haben in solchen Situationen aber noch nie geholfen. Vielleicht versucht es die SPD mal mit Zuhören statt Besserwisserei. Es muss ja einen Grund haben, dass ihr seit der Kanzlerschaft des innerparteilich fast schon verhassten Gerhard Schröder zehn Millionen Menschen von der Fahne gegangen sind. Zeit zur Besinnung haben die Sozialdemokraten durchaus. Die „Groko“ steckt noch in der Findungsphase. Und die nächsten anstehenden Wahltermine in Hessen und Bayern  müssen die Sozialdemokraten nicht wirklich fürchten. In beiden Ländern sitzt man ohnehin in der Opposition. Noch ist für die Genossen nichts verloren. Ruhe bewahren und Nachdenken sollte die Devise jetzt sein.⇥politik@lr-online.de