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| 20:19 Uhr

Kommentar zu Unruhe in der CDU
Zu viele lose Enden

 Mathias Puddig
Mathias Puddig FOTO: MOZ
Es rumpelt mal wieder in der CDU: Rechts gegen Mitte, Stadt gegen Land, weltoffen gegen national. Zuletzt hatte Friedrich Merz beklagt, dass die CDU die Wertkonservativen aufgegeben hat, während andere fordern, dass sich die Partei hin zu grünen Positionen öffnen müsse.

Sogar von einer Tea-Party-Bewegung in der Union ist schon die Rede. Und Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer steht zwischen allen Fronten und schafft es nicht, die verschiedenen Flügel und Strömungen beisammen zu halten. Dabei ist genau das ihre wichtigste Aufgabe.

Das Verschiedene zu einen, ist nicht nur einer der ureigensten Zwecke einer Volkspartei. Es gehört auch seit ihrer Gründung zum Selbstverständnis der CDU, auf Basis ihrer christlich-sozialen, liberalen und konservativen Wurzeln eine Politik zu machen, die alle Mitglieder mittragen können. Davon ist die CDU im Moment weit entfernt. Gemessen an der Mitgliederzahl ist etwa die konservative Werteunion zwar nicht besonders bedeutend. Ihre Kompromisslosigkeit und ihre Lautstärke lassen aber eine Abspaltung von der CDU nicht mehr völlig unwahrscheinlich erscheinen. Und dann hat die CDU das selbe Problem wie die SPD – nur dass ihre Abspaltung eben nicht links ist sondern rechts.

Nur wenig deutet daraufhin, dass es Annegret Kramp-Karrenbauer gelingt, die versprengten Konservativen wieder in die Partei zu integrieren. Scheitert sie aber an dieser Herausforderung, dann ist sie auch als Parteichefin gescheitert.
politik@lr-online.de