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Post aus Dresden
Pomp und Firlefanz

Christine Keilholz
Christine Keilholz FOTO: Redaktion / LR
Auf der Landwirtschaftsmesse „agra“ in Leipzig verlieh Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU) im vergangenen Mai den „Sächsischen Tierzuchtpreis 2017“. Ausgezeichnet wurde ein Experte für Kleintiere und Fleischrinder aus Kleinpelsen. Ein Weinböhlaer Landwirt wurde für seine Holstein-Rinder geehrt. Ebenso freuen konnte sich ein Herr aus Taucha, der seit 1956 Mitglied ist im Leipziger Rassegeflügelzüchterverein von 1869. Sicher war auch eine Milchkönigin zugegen, mit der es dann Fotos gab, die man den daheimgebliebenen Mutterkühen zeigen konnte. Von Christine Keilholz

Warum soll man 18 Kilotonnen Schlachtvieh und eine Milliarde Eier pro Jahr nicht auch feiern dürfen? Weil das ganz schön viel Pomp ist, meint der Landtagsabgeordnete der Linken, André Schollbach. Und weil zu solchen Veranstaltungen „stets zahlreich anwesende CDU-Prominenz“ gehört. Der Anwalt aus Dresden stört sich zudem an den Ehrenzeichen, die für die Tierzüchterprämierung drauf gingen – nämlich 21 Plaketten und neun hübsche Zinnteller. Schollbach findet, die CDU-geführte Staatsregierung streue zu viele Orden unters Volk, allein 2017 waren es 2811. Dazu gehörten gut 100 Helfer-Auszeichnungen und 2000 Feuerwehr-Ehrenzeichen.

Die Kollegen im Landtag sind ganz schön genervt von Schollbach. So meint der SPD-Mann Henning Homann, Schollbach solle sich mal abregen, schließlich gingen die Orden an Ehrenamtliche. Der Kollege von den Linken sei doch nur neidisch, dass er nie so einen schönen Zinnteller abbekomme.