| 02:35 Uhr

Wutraum im Büro

Mancher möchte seinen Computer gegen die Wand schlagen, vor Wut auf den Tisch hauen oder vor Verzweiflung in die Tischkante beißen. Aber all das kostet hinterher leider nur viel Geld und ist gesellschaftlich nicht anerkannt. pro9

Bis jetzt. Denn nun gibt es in München einen offiziellen Wutraum, in dem Menschen Dampf ablassen und gegen Bezahlung Möbel kaputt schlagen können.

Es ist das zweite Projekt seiner Art - ein erstes in Halle an der Saale erhielt allerdings nicht ganz so viel Aufmerksamkeit. Vielleicht weil manche irrtümlich meinen, der gesamte Osten Deutschlands sei bereits ein Wutraum. Nach Angaben des Münchner Wutraum-Betreibers Hartmut Mersch sind vor allem Büroräume als Zerstörungsobjekte gefragt. Das wirft auf die Arbeitsatmosphäre in deutschen Büros kein ganz so gutes Licht. Aber es gibt immerhin wertvolle Hinweise darauf, dass die Entsorgung ausgedienter Möbel an Arbeitsplätzen überflüssig ist. Es reicht vielleicht schon, die Mitarbeiter zu enthemmen und ihnen die Bilder von Vorgesetzten vor die Nase zu halten.

Fraglich ist allerdings, ob der Wutraum als solcher wirklich eine neue Idee ist. Verfolgten doch einige Rockstars ein ähnliches Konzept. Nur nannten sie das Zimmer, das sie kurz und klein schlugen, nicht Wutraum. Sondern Hotelzimmer.