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| 18:57 Uhr

Fachkräftemangel
Wettbewerb um die Köpfe

 Hagen Strauß
Hagen Strauß FOTO: LR / Redaktion
Der Weg für das jetzt vorgelegte Fachkräfteeinwanderungsgesetz ist noch lange nicht frei. Zunächst wird das Werk noch ordentlich durch die parlamentarischen Mühlen gedreht werden, ehe es dann voraussichtlich am 1. Januar 2020 in Kraft treten kann. Von Stefan Kegel

In den nächsten Monaten müssen sich die zuständigen drei Minister Peter Altmaier, Hubertus Heil und Horst Seehofer also noch auf einiges gefasst machen.

Denn bereits absehbar ist: Diejenigen in der Union, die nach wie vor nicht wirklich einsehen wollen, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, und die auch ignorieren, dass Hunderttausende qualifizierte Fachkräfte fehlen, werden viel daran setzen, neue Hürden in das Regelwerk hineinzuschreiben. Schon jetzt sind die Pläne der Koalition extrem bürokratisch, sehr rigide und sehr kompliziert gefasst, weil man die Zuwanderung in die Sozialsysteme verhindern will. Der Normenkontrollrat der Bundesregierung, zuständig für den Abbau von Bürokratie, wird sich mit Wonne auf die entsprechenden Bestimmungen stürzen. Allein die neu geschaffene Einwanderungsmöglichkeit zur Berufsausbildung ist mit so vielen Voraussetzungen überfrachtet, dass sie in der Praxis zur Einzelfallregelung verkommen wird. Wer also noch weiter draufsattelt, macht das Regelwerk gänzlich unbrauchbar.

Erfolg oder Misserfolg des Vorhabens hängt zudem von Faktoren ab, die nicht im Gesetzestext stehen: So müssen die Ausländerämter, Anerkennungs- und Visastellen erst einmal fit gemacht werden für die Umsetzung. Bis sich die Verfahren dann eingespielt haben, wird mindestens ein weiteres Jahr ins Land gehen. Hinzu kommt, dass die schwarz-rote Koalition am Tropf der Wirtschaft und ihrer Verbände hängt. Ohne eine umfassende Anwerbestrategie nützt auch das schönste Gesetz nichts. Die muss nun ebenfalls noch angegangen werden. Und zwar möglichst zügig.