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| 18:07 Uhr

Post aus Potsdam
Werbung, die ein Leben rettet

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Werbegeschenke gibt es viele in der Politik. Als Bundesfamilienministerin Franziska Giffey vor einiger Zeit ein Seniorenheim in Velten besuchte, hatte sie beispielsweise Kugelschreiber aus ihrem Ministerium dabei. Von Benjamin Lassiwe

Schließlich spielt man im Altenheim ja gerne einmal eine Runde Bingo. Und da passt ein Kugelschreiber doch ganz prima.

Oder die Linkspartei im Landtagswahlkampf. Finanzminister Christian Görke verteilte auf einer Strandtour in Mecklenburg-Vorpommern kleine Tuben mit Sonnenmilch. Aufschrift: „Die Sonne scheint, der Himmel lacht, das hat die Linke gut gemacht...“

Doch es gibt auch Politiker, die ein bisschen weiter denken. Inka Gossmann-Reetz zum Beispiel, die innenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, verteilt in ihrem Wahlkreis 500 Notfalldosen an Senioren. Kleine Plastikbehälter, in denen die Bewohner einer Wohnung ein Formular deponieren können. Darauf stehen Medikamente, die man regelmäßig einnimmt, eine Liste der eigenen chronischen Krankheiten und auch, welche Angehörigen im Notfall zu benachrichtigen sind. Denn oft finden Rettungsdienste in einer Wohnung einen bewusstlosen Patienten und müssen sich alle Informationen selbst zusammensuchen. Mit den Rettungsdosen kann das einfacher gehen: Ein Hinweis an der Wohnungsinnentür sagt den Rettern, wo die Dose steht.

Womit die SPD-Politikerin in einer Zeit, in der die Schlamperei eines Potsdamer Ministeriums möglicherweise Menschenleben kostete, nicht nur ein überaus nützliches Werbegeschenk für sich gefunden hat. Sie trägt auch dazu bei, dass im Fall des Falles ein Menschenleben gerettet werden kann – frei nach dem Motto „Die Sonne scheint, der Himmel lacht, das hat die Inka gut gemacht.“