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| 09:56 Uhr

Wer A sagt . . .

Ein italienisches Regierungsmitglied, auch noch zuständig für Tourismus, hat wirres Zeug erzählt. Er hat deutsche Urlauber dabei pauschal diffamiert und sich im Nachhinein eher belustigt denn reumütig gezeigt. Danke, Silvio Berlusconi.

Mit seinem unsäglichen Nazi-Vergleich vor einer Woche hat der dubiose italienische Ministerpräsident nämlich die Tür geöffnet, dass sich so mancher jenseits der Alpen nun dazu berufen fühlt, seine kleingeistigen Tiraden abzulassen. Berlusconi ist jetzt EU-Ratspräsident, das darf man nicht vergessen. Er hat die europäische Einigung voranzutreiben. Wie soll das jedoch noch gehen - auf der Grundlage von Diffamierungen vielleicht? Deutschland und Italien, vielleicht sogar Europa und Italien - dank des Medienzaren und seiner Helfershelfer passt das momentan einfach nicht mehr richtig zusammen.
Gerhard Schröder hat reagiert. Ohne Zweifel populistisch. Denn mit der Drohung nach den dumpfen Beleidigungen, seinen Urlaub in Bella Italia abzusagen, hat er wieder einmal Volkes Nerv getroffen. Für manchen mag es übertrieben sein, dass der Regierungschef gleich höchstpersönlich mit dem Ferienboykott droht.
Nur, irgendwann ist das Ende der Fahnenstange mal erreicht, dann muss man halt völlig undiplomatisch auf den Tisch hauen. Und wer A sagt, muss dann auch B sagen. Das heißt, Schröder darf sich jetzt nicht wieder wie im Falle von Berlusconis Entgleisung mit einem lauen Bedauern abspeisen lassen.
Glasklare Konsequenzen müssen von italienischer Seite nun folgen. Ansonsten fahr woanders hin im Sommerurlaub, Kanzler!