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Kolumne Post aus Potsdam
Wenn Handwerker kommen

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR
Im Brandenburger Landtag ist es ein seltenes Ereignis: Im Plenarsaal wurde umgebaut. Von Benjamin Lassiwe

Während die Tische der Abgeordneten sonst eine ganze Legislaturperiode lang an ihren Plätzen stehen, rückten nun die Handwerker an. Was nur passiert, wenn ein Abgeordneter für immer eine Fraktion verlässt – als etwa in der vergangenen Legislaturperiode noch im alten Landtag die Grüne Sabine Niels vorübergehend fraktionslos wurde, war das zunächst nicht nötig.

Weil sich nun aber die Gruppe der „Freien Wähler“ endgültig aufgelöst hat, mussten in dieser Woche die Handwerker ran. Der Abgeordnete Péter Vida sitzt nun zwischen der CDU und der „Alternative für Deutschland“ (AfD), die übrigen verblieben dagegen an Ort und Stelle. Und wer nicht genau hinguckt, könnte sogar denken, Vida bilde nun mit dem aus der AfD ausgeschiedenen Abgeordneten Stefan Hein eine eigene Landtagsgruppe.

Denn der Tisch von Vida steht genau vor dem von Hein, wie es sonst nur bei Fraktionen und deren Vorsitzenden üblich ist.

Beschlossen hat die Sitzordnung das Präsidium, sagt ein Landtagssprecher. Denn Christoph Schulze und Iris Schültzke wollten nicht mehr mit Péter Vida zusammensitzen.

Vida reagiert auf das Umsetzen freilich empört, denn die Ummöblierung im Plenarsaal hat der Abgeordnete zunächst von der Landtagswebsite erfahren. Offiziell mitgeteilt wurde sie ihm von der Präsidentin erst danach.

Ein Kommunikationsfehler, heißt es im Landtag – was angesichts der zahlreichen Kommunikationsprobleme, die es innerhalb und außerhalb der so engagiert gestarteten Gruppe der Freien Wähler in den vergangenen Jahren gab, nun allerdings auch nicht mehr ins Gewicht fällt.

Wenn im Landtag die Möbel umgestellt werden, ist das Tischtuch ohnehin zerschnitten.