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Wenn die Zukunft zerbröselt

Kommentar. Wenn es um den Personenverkehr geht, denken die meisten Menschen gerade zuerst an umstrittene Diesel-Karossen. Manche wünschen sich, dass bald nur abgasfreie Elektroautos durch unsere Innenstädte surren. Jan Siegel

Zu schnell vergessen wird die gute alte Eisenbahn. Die rollt meist umweltfreundlich, elektrogetrieben durchs Land.

Sicher wird es nicht nur die Anhänger des FC Bayern freuen, dass eine Zugfahrt mit dem Hochgeschwindigkeits-ICE von der Spree in Berlin bis in die weiß-blaue Metropole ab Dezember weniger als vier Stunden dauern soll. So klingt sie gut, die "Zukunft des Reisens". Es reicht aber nicht, nur Bänder für milliardenteure Prestigeprojekte wie die Strecke Berlin-München durchzuschneiden.

Umweltfreundlicher und damit zukunftsweisender Bahnverkehr muss im Pendler-Flächenland Brandenburg auch zuverlässig in der Provinz funktionieren. Der desolate Zustand Hunderter Bahnbrücken lässt da Zweifel aufkommen. Nicht, dass bald die einzige umweltfreundliche Alternative zum Dieselauto nur noch das Fahrrad bleibt. jan.siegel@lr-online.de