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| 18:45 Uhr

Post aus Potsdam
Wenn die Flagge  auf halbmast weht

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Auf dem Dach der Brandenburger Staatskanzlei weht die Fahne des Landes Brandenburg. Der rote Adler auf weißem Grund, das Hoheitszeichen des Landes Brandenburg. Doch am Mittwoch morgen war etwas irgendwie anders: Denn schon von Weitem war erkennbar, dass die Fahne nicht zur vollen Höhe aufgezogen war. Von Benjamin Lassiwe

Halbmast? Ist jemand verstorben? Wie geht es Manfred Stolpe? Solche Assoziationen kreisten durch den Kopf des Beobachters, bevor im Gebäude die Pressekonferenz zur Vorstellung des Brandenburg-Monitors der Landesregierung begann. Doch Regierungssprecher Florian Engels konnte schnell Entwarnung geben: Es sind noch alle am Leben. Es sei der Wind gewesen, der spontan die Fahne auf halbmast setzte.

Was freilich nicht das einzige Problem ist, das das Land mit Fahnen hat. Denn auch im Hof des Landtags stehen Flaggenmasten. Drei an der Zahl, vorgegeben vom Architekten Peter Kulka. Auch dort hängt die Landesflagge, dazu die Europa- und die Deutschlandfahne. Doch immer, wenn im Haus etwas Besonderes geschieht, muss Europa weichen: Wenn der Sorben- und Wendenrat im Landtag tagt, wird vor dem Parlament selbstverständlich die Flagge der nationalen Minderheit gehisst. Wenn ein ausländischer Botschafter seinen Antrittsbesuch macht, wird statt der Europafahne die Flagge seines Landes gehisst. Ein vierter Flaggenmast vor dem Landtag wäre deswegen wünschenswert – doch das Recht des Architekten steht dem wohl im Wege.

Aber immerhin sind die Flaggenmasten vor dem Parlament noch so stabil, dass nicht jeder daherkommende Luftzug dazu führt, dass die Fahnen versehentlich auf halbmast wehen.