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| 02:34 Uhr

Wenn Anspruch auf Wirklichkeit trifft

Michael Flynn, der gerade zurückgetretene Sicherheitsberater der US-Regierung, versteht sich als kühner Rebell – und das vor allem verbindet ihn mit Donald Trump, mit dem Donald Trump der Wahlkampfbühne, um genauer zu sein. So wie der Bauunternehmer seinen Anhängern versprach, den Vorschlaghammer zu schwingen, um das politische Gebäude Washingtons mit seinen alten Seilschaften zum Einsturz zu bringen, versprach auch der Ex-General, mit vielem zu brechen, was nach traditioneller Außenpolitik klingt.

Sein Markenzeichen ist die steile These, wonach der Westen einen globalen Konflikt auszufechten hat mit einer Allianz des Bösen, deren Fäden in Teheran zusammenlaufen. Es hat etwas Beruhigendes, den Vabanquespieler nicht mehr in der Schaltzentrale einer Weltmacht zu sehen. Hinzu kommt der schluchtentiefe Graben, der zwischen flotten Sprüchen und der Realität des Alltags im Weißen Haus liegt. Wahlkämpfen und regieren, das sind zwei Paar Schuhe.

Trumps chaotischer Start liefert dafür den besten Beweis. Der Milliardär war angetreten mit dem tönend vorgetragenen Anspruch, die Geschäfte im Oval Office so straff zu führen, wie er seine Immobilienfirma managt. Und nach nur 24 Tagen im Amt erlebt er seine erste Regierungskrise, verschärft durch Inkompetenz und miserables Management. Zumindest für das moderne Amerika ist es ein neuer Rekord.

politik@lr-online.de