ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 10:32 Uhr

Am Rande
Man liebt ihn, wo er nicht ist

Jenny Theiler
Jenny Theiler FOTO: LR / Sebastian Schubert
Eine Forsa-Umfrage will herausgefunden haben, dass sich 79 Prozent der Bundesbürger darüber freuen, dass der Wolf wieder durch deutsche Wälder streift. Das Votum ist nur mäßig überraschend: Der Nabu hatte die Umfrage in Auftrag gegeben. Außerdem kennen die meisten Deutschen den Wolf nur aus den romantisierenden Märchenbüchern der Gebrüder Grimm, vor allem, wenn sie in Berlin, Köln oder Hamburg wohnen.

Derzeit streifen die grauen Jäger vor allem durchs ostdeutsche und ein paar auch durchs niedersächsische Gehölz. Wer den Isegrim nur mit den feinen Bildchen aus „Der Wolf und die sieben Geißlein“ oder aus dem „Rotkäppchen“ kennt, der denkt wohl vor allem an die gute alte Zeit.

In der Lausitz aber werden inzwischen nicht mehr nur die romantischen alten Märchen erzählt über den Wolf. Würde Forsa die Südbrandenburger oder Ostsachsen fragen, würden Landwirte, Waldspaziergänger und Autofahrer dem hungrigen Rückkehrer wohl eher mit gemischten Gefühlen entgegentreten. „Was ich gegen den Wolf habe? Leider nichts Wirksames!“, stöhnt da der Lausitzer Schäfer.