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| 01:28 Uhr

Weltoffenheit als Ziel für alle

Positionen. Frau Orosz, ein Jahr nach dem Mord an Marwa El-Sherbini in einem Dresdner Gerichtssaal warnen Sie vor einer Rückkehr zur Tagesordnung. Welche Konsequenzen lassen sich aus der furchtbaren Tat ableiten?Es steht nicht in unserer Macht, das Geschehene ungeschehen zu machen. mit Helma Orosz sprach Jörg Schurig

Wir können den Schmerz und die Verzweiflung der Familie nicht lindern. Aber wir müssen uns jeden Tag aufs Neue bewusst machen: Es steht in unserer Macht, alles daran zu setzen, dass so etwas nie wieder geschieht. Es steht in unserer Macht, nicht wieder zur Tagesordnung zurückzukehren, sondern uns intensiv mit den Fragen auseinanderzusetzen, die diese Tat aufwirft. Ich bin seither nicht wieder zur Tagesordnung zurückgekehrt. Ganz im Gegenteil: Der Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit und Rechtsextremismus, für die Integration von Ausländern in unsere Stadtgesellschaft ist ein zentraler Bestandteil meines politischen Handelns.

Wie weltoffen ist Dresden?
Es wäre unehrlich zu behaupten, alle Probleme seien gelöst. Aber ich glaube, dass wir erste Schritte in die richtige Richtung gemacht haben. Am 13. Februar dieses Jahres haben die Dresdner eindrucksvoll gezeigt, dass Neonazis in unserer Stadt nicht willkommen sind. Die Frage wird auf allen politischen Ebenen diskutiert und ist in der Verwaltung zu einem zentralen Thema geworden. Ich selbst habe in vielen Gesprächen mit ausländischen Mitbürgern über die aktuelle Situation gesprochen, mich über den Alltag vieler Gruppen von Migranten informiert. Nun gilt es konsequent Schritt für Schritt an den konkreten Aufgaben und Herausforderungen zu arbeiten.

Integration als Aufgabe für alle?
Das Ziel einer weltoffenen Stadt, einer Stadt, in der jede Hautfarbe, jeder Glaube und jede Herkunft willkommen und geschätzt sind, erreichen wir nur gemeinsam und zwar alle, die wir in dieser wunderschönen Stadt leben dürfen.