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| 22:33 Uhr

Kommentar
Die „Kohle“ der Zukunft ist „grün“

 Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Wasserstoff ist ein Energieträger der Zukunft, der bisher sträflich vernachlässigt wird. Das Hauptargument dabei: zu teuer. Und das stimmt, wenn man auf die absurden Rahmenbedingungen schaut. Von Jan Siegel

Wer ein Windrad sein Eigen nennt oder gar einen Windpark betreibt, verdient mit dem Erneuerbaren Energiengesetz (EEG) mehr Geld, wenn er seine Turbinen an windreichen Tagen einfach abschaltet. Würden die Generatoren weiterlaufen und ihre Elektroenergie in speicherbaren Wasserstoff verwandeln, müsste der Betreiber teure Netzentgelte und Einspeisegebühren berappen. Die Regeln stammen aus einer Zeit, in der jeder Kilometer Leitung, egal ob Strom oder Gas, den Netzbetreibern Geld in ihre Kasse spült.

Wer es ernst meint mit der Energiewende, die uns wegführen soll von fossilen Brennstoffen hin zu „grünen“ Energieträgern, muss die Rahmenbedingungen für den Umgang mit dem Speichermedium Wasserstoff endlich verändern. Wenn es die Lausitz geschickt anstellt, kann „grüner“ Wasserstoff mit seinem Potenzial fürs Revier tatsächlich zur Kohle von morgen werden.⇥jan.siegel@lr-online.de