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| 05:14 Uhr

Kommentar
Geht’s da vielleicht um Kohle?

 Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Zugegeben: Eine Löschflugzeugstaffel für Welzow, das klingt beim ersten Hinhören schon ein bisschen so abgefahren wie die Forderung nach einem „Weltraumbahnhof für Preschen“. Von Jan Siegel

Wer sich mit der Idee der Welzower aber intensiver beschäftigt, merkt, dass es dort nicht um haltlose Spinnereien geht. Denn die Europäische Union hat beschlossen, ihr Netzwerk für den Katastrophenschutz nördlich der Alpen auszubauen. Dafür will die EU auch Geld in die Hand nehmen. Und warum dieses dann eigentlich nicht in Welzow investieren?

Die Anlieger dort wollen durchstarten, aber  die Brandenburger Landesregierung ist dagegen. Viele fragen sich jetzt, warum eigentlich?

Grund dafür ist möglicherweise ein politisch-rechtliches Pokerspiel. Das Gelände, auf dem der Flugplatz Welzow liegt, gehört nämlich dem Lausitzer Tagebaubetreiber Leag. Im Herbst beginnen die Verhandlungen der Bundesregierung mit den Betreibern von Braunkohletagebauen und Kohlekraftwerken über den Kohleausstieg. Da geht es um Milliarden-Abfindungen. Nach dem genehmigten Revierkonzept in der Lausitz gehört das Flugplatzgelände zum  Teilfeld II des Tagebaus Welzow Süd. Erst im kommenden Jahr will die Leag entscheiden und verkünden, ob sie das Gelände in Anspruch nehmen will. Ein offizielles Bekenntnis der Landesregierung zu den „rescEU“-Visionen  könnte den Tagebaubetreibern bei den Abfindungsverhandlungen in die Hände spielen. Motto: Die Landesregierung hat ja schon feste Pläne mit unserem Areal.

Eine Zwickmühle für die Regierenden in Potsdam. Da hat es die Opposition leichter. Sie kann Druck machen und fordern, weil sie eh nichts entscheiden kann.

⇥jan.siegel@lr-online.de