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Kommentar
Vorwürfe müssen geklärt werden

Simone Wendler
Simone Wendler FOTO: Sebastian Schubert / LR
Einem Anwalt die Zulassung zu entziehen, ist ein gravie­render Schritt. Es nimmt dem Betroffenen die Existenzgrundlage. Doch manchmal kann dieser Schritt notwendig sein, um potenzielle Mandanten zu schützen. Denn mit Anwälten ist es ähnlich wie mit Ärzten. Wer ihre Hilfe sucht, ist immer darauf angewiesen zu vertrauen.

Das Berufsverbot gegen den umstrittenen Hartz-IV-Anwalt aus der Lausitz wurde nun in zweiter Instanz aufgehoben. Für ihn erfreulich, doch Vertrauen ist damit noch nicht wiederhergestellt. Denn es ging bei der Entscheidung offenbar nur um Formalien des Verfahrens.

Völlig ungeklärt blieb damit, ob die schweren Vorwürfe, die in erster Instanz zum Berufsverbot führten, berechtigt waren oder nicht. Deshalb ist es richtig, dass die Generalstaatsanwaltschaft nicht klein beigeben will. Wurde hier mit unbilliger Härte gegen einen unbequemen Anwalt vorgegangen oder hat dieser seine Mandanten nur benutzt, um aus persönlichen Motiven gegen die Hartz-IV-Gesetze vorzugehen? Diese Frage muss geklärt werden. Im Interesse des Anwaltes und seiner Mandanten.