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| 19:42 Uhr

Rezept aufs Handy
Vorteile liegen auf der Hand

Hajo Zenker
Hajo Zenker FOTO: MOZ
Ärzte sollen Rezepte künftig auch digital ausstellen dürfen. 2020 soll es soweit sein. Von Hajo Zenker

Endlich folgt der nächste Baustein für ein digitales Gesundheitswesen: das elektronische Rezept. Lange genug hat es gedauert und erst 2020 werden die Versicherten davon profitieren, so jedenfalls will es Gesundheitsminister Jens Spahn. Wie es schneller geht, kann man sich in anderen europäischen Ländern anschauen, wo das längst eine Selbstverständlichkeit ist. Baden-Württemberg ist da, auch wegen der Erfahrungen der nahen Schweiz, digital schon immer etwas schneller unterwegs und beginnt bereits im kommenden Jahr mit seinem Pilotprojekt.

Denn die Vorteile liegen ja gerade im ländlichen Raum auf der Hand: Ärztliche Beratung wird so gesichert, Wege und Wartezeiten lassen sich reduzieren. Wo Videosprechstunden möglich sind, sollten diese per Gesetz mit der elektronischen Verordnung von Medikamenten verbunden werden. Das ist nur logisch. Genauso logisch wäre es, wenn Patienten ihre E-Rezepte nicht mehr in der Apotheke einlösen müssten, sondern das im Internet erledigen. Jedenfalls dann, wenn er oder sie es möchte, und nicht etwa die Krankenkasse, weil sie Geld sparen will. Hier aber hat Spahn ein Problem: Im Koalitionsvertrag wird das Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln angekündigt. Wenn er konsequent ist, muss Spahn sich davon verabschieden. Damit das E-Rezept nicht auch noch eine halbe Sache wird. Logisch.

politik@lr-online.de