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| 15:38 Uhr

Kommentar Musterfeststellungsklage wird deutsches Recht
Vorteil für Verbraucher

FOTO: LR / Redaktion
Diese Situation dürfte vielen Verbrauchern geläufig sein: Man kauft ein Produkt oder nutzt eine Dienstleistung und fühlt sich anschließend ausgetrickst  und abgezockt.

Weil die Ware  nicht hält, was der Hersteller großspurig verspricht oder der Service miserabel ist.

Als Einzelkämpfer sein Recht  gegen Heerscharen gut bezahlter Anwälte eines Konzerns durchsetzen zu wollen und das hohe Risiko der Niederlage einzugehen  – dafür braucht es allerdings viel Beharrlichkeit und starke Nerven. Und die haben die allerwenigsten. Ohnehin ist der materielle Verlust nicht selten deutlich geringer als der Ärger über die missliche Erfahrung, was Unternehmen ebenfalls in die Hände spielt. Viele Jahre lang haben Verbraucherschützer deshalb gekämpft, dass Konsumenten gemeinsam gegen Konzerne vorgehen können und sich dazu von einem Verband vertreten lassen. Mit der Musterfeststellungsklage ist dieser Traum nun zu einem großen Teil in Erfüllung gegangen. Sie bringt die Geschädigten gewissermaßen auf Augenhöhe mit Unternehmen, die sich für unantastbar halten. Schlagendes Beispiel ist der Diesel-Skandal und die damit verbundene Arroganz gegenüber den deutschen Autokäufern. Schon die Tatsache der Möglichkeit dieses erweiterten Klageinstruments kann da eine disziplinierende Wirkung entfalten.