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Kolumne Post aus Potsdam
Von Kompetenzen und Kirchen

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR
Wer alte Dorfkirchen liebt, für den ist es ein Tiefschlag: Die Kirche in Döllingen im Elbe-Elster-Kreis soll verkauft werden, weil die Gemeinde sie nicht halten kann.

Ein Vorgang, der so in Brandenburg seit der Wiedervereinigung nur selten vorgekommen ist. Der aber bei Menschen, die sich für Kirchen, ihre Heimat und deren Werte einsetzen, zu Recht auf Entsetzen stößt. Weswegen sich zum Beispiel die frühere Landtagsabgeordnete und jetzige Bürgermeisterin von Elsterwerda, Anja Heinrich (CDU), in einer „Kleinen Anfrage“ nach dem Erhalt des Gotteshauses erkundigte. Und dabei immerhin herausbekam, dass bislang noch keine Landesmittel dafür geflossen sind.

Heinrich, die sich als kirchenpolitische Sprecherin ihrer Fraktion mit der Materie beschäftigt hatte, fragte präzise nach – zum Beispiel nach der Kirchengemeinde, die, wie es bei den Protestanten üblich ist – von wenigen Ausnahmen abgesehen – , die Eigentümerin des Gebäudes ist.

Doch nicht jeder Abgeordnete informiert sich offenbar, bevor er eine Frage stellt. Andreas Kalbitz von der AfD zum Beispiel erkundigte sich nach Kirchen, die „von der EKD“ in Brandenburg verkauft wurden. Doch die EKD ist nur ein bundesweiter Zusammenschluss von rechtlich selbstständigen Landeskirchen. Und sie hat außer dem Kirchenamt in Hannover kaum eigenen Grundbesitz. Weswegen der Erkenntnisgewinn des AfD-Abgeordneten aus dieser Anfrage sehr begrenzt bleiben musste.

Auf die Frage, wie viele denkmalgeschützte Gebäude die EKD in der laufenden Legislaturperiode in Brandenburg verkauft habe, antwortete das Kultusministerium schlicht: „Keine. Im Übrigen ist darauf hinzuweisen, dass die EKD kein Gebäudeeigentum in Brandenburg hat.“