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Von Fregatten und Zottelbärten

FOTO: k r o h n f o t o . d e
Berlin-Post. Viel Feind, viel Ehr' – das schien das eigentliche Motto des jüngsten Bundesparteitages der Linken in Hannover gewesen zu sein. Jedenfalls haben ihre Führungsleute nach allen Seiten hin kräftig ausgeteilt. Stefan Vetter

So schimpfte zum Beispiel Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht: Kein normaler Mensch nehme SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz mehr einen Politikwechsel ab. "Denn Politikwechsel, das heißt doch nicht Raute oder Zottelbart im Kanzleramt". Auch Parteichefin Katja Kipping knöpfte sich die Kanzlerin und ihren Herausforderer vor und gab auch gleich noch den Liberalen eine mit. Zitat: Ohne den Kampf der Linken "tuckert die Fregatte Merkel einfach weiter so, ob nun mit Martin Schulz als neuem Offizier oder mit Christian Lindner als Schiffsjunge an Bord". Dumm nur, dass Wagenknecht & Co nach der Bundestagswahl praktisch keine Regierungsoptionen haben. Die Wiedereinführung des Sozialismus wird deshalb wohl noch mindestens weitere vier Jahre warten müssen.