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Vom Background zur Göttin des Soul

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Eigentlich sollte sie Diane heißen, doch der Beamte machte in der Geburtsurkunde versehentlich aus dem e ein a. Heute ist geklärt, wie die "Entertainerin des Jahrhunderts" (Billboard) und die "erfolgreichste Musikerin aller Zeiten" (Guinnessbuch der Rekorde) heißt: Diana Ross hat es vom Mädchen aus einfachen Verhältnissen zu einem der großen Stars des 20. dpa/bl

Jahrhunderts gebracht. Am heutigen Mittwoch wird sie 70.

Als sie in Detroit zur Welt kam, war ihr Vater gerade im Krieg. Arm war die Familie nicht, aber große Zukunftschancen durfte sich das schwarze Mädchen nicht ausrechnen. Auch nicht der Nachbarsjunge namens William Robinson, den alle nur Smokey nannten.

Die Kleine sang im Kirchenchor, und so wurde die 15-Jährige von einem neuen Plattenlabel als Chorsängerin angeheuert. Dieses Label, das auch schwarzen Künstlern faire Bedingungen bieten wollte, entstand in Detroit, der Motorstadt der USA. Und so nannte es sich Motown.

"Motown" wurde nicht nur erfolgreich, es wurde ein ganzes Genre und ging in die Musikgeschichte ein. Smokey Robinson war einer ihrer führenden Köpfe, aber der Star aller Stars wurde Diana Ross mit den "Supremes". Innerhalb weniger Jahre brachte sie es vom Hintergrundmädchen zur Göttin des Soul, zur Diva, zur mehrfachen Millionärin und nicht zuletzt zur Identifikationsfigur von Millionen Schwarzen.

Als sich die Gruppe trennte, war Ross die einzige, bei der es mit einer Solokarriere klappte. Und wie! "Ain't No Mountain High Enough" wurde den Händlern fast aus den Händen gerissen. Sie trat im New Yorker Central Park auf, füllte Stadien und einmal auch die Alte Oper in Frankfurt. Und sie verkörperte in einer Filmbiografie Billie Holiday und bekam dafür eine Oscar-Nominierung.

An den Ruhestand denkt sie aber offenbar noch nicht. Diana Ross füllt weiterhin Konzertsäle in aller Welt, trat bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Oslo auf und wurde von George W. Bush ebenso geehrt wie von seinem Nachfolger Barack Obama. Für ihr Leben gilt das, was sie 1983 dem Publikum im Central Park zurief, als das Konzert wegen eines Sturms abgesagt werden sollte: "Es hat mich mein ganzes Leben gekostet, hierher zu kommen. Und ich werde nicht gehen!"