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| 18:00 Uhr

Kommentar
Viel zu spät erkannt

Guido Bohsem
Guido Bohsem FOTO: LR
Glaubt man dem ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen, ist er ein Opfer der wohl bizarrsten politischen Verschwörung in der Geschichte der Bundesrepublik. Die linksradikalen Kräfte der SPD, so stellt er es dar, hätten seine Person in Zusammenarbeit mit den Medien benutzt, um die ungeliebte Groko platzen zu lassen.

Das haben die Verschwörer aber nun wirklich gründlich vermasselt: Die SPD steckt in der größten Krise ihrer Geschichte, noch nie schnitt sie in den Wahlen in Bayern und Hessen so schlecht ab wie nach den Koalitions-Querelen über Maaßen, und weder die Rechten noch die Linken in der Partei wissen, wie es weitergehen soll – klar ist ihnen nur, dass sie keinesfalls jetzt aus der Groko aussteigen sollten.

Nun darf man in diesem Land allerlei Unsinn glauben und auch verzapfen. Mit dem Amt des Präsidenten des Verfassungsschutzes verträgt sich das nicht, und auch nicht mit dem eines Beraters für den Innenminister. Maaßens Problem ist, dass er selbst zum Verschwörerischen neigt. Auch Maaßens Chef Horst Seehofer hat das nun erkannt. Viel zu spät. So spät, dass er nun auch wegen Maaßen um seine Posten als CSU-Chef und Innenminister bangen muss.

⇥politik@lr-online.de