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| 15:08 Uhr

Post aus Potsdam
Verschärfte Sicherheit

Benjamin Lassiwe
Benjamin Lassiwe FOTO: LR / Redaktion
Vor der Tür des Landtags stehen Polizeiautos. „Was ist denn hier los?“, will eine Besucherin wissen. Drinnen im Gebäude sind Glastüren, die normalerweise offen stehen, am Freitag nur mit einer speziellen Schlüsselkarte passierbar. Von Benjamin Lassiwe

Es ist der NSU-Untersuchungsausschuss, der im Gebäude tagt. Und in Berlin würde die verschärften Sicherheitsvorkehrungen vermutlich niemand auch nur bemerken. Doch in Potsdam fällt das auf.

Denn der von Architekt Peter Kulka erbaute neue Landtag ist normalerweise tatsächlich ein offenes Haus. In der Kantine, am Kaffeetresen oder beim Rauchen im Innenhof treffen sich Abgeordnete, Minister und Besucher. Auf den Gängen ist immer Betrieb. Und die Landtagssitzungen und die Zusammenkünfte der Ausschüsse sind öffentlich – jedenfalls fast immer.

Am Freitag war das nicht so: Die  Neonazis wurden in einem gesonderten Raum von den Abgeordneten vernommen. Die interessierte Öffentlichkeit musste im Presseraum im Erdgeschoss Platz nehmen, wo es lediglich eine Tonübertragung gab. Auch so etwas fällt auf. Es sind ja schließlich verschärfte Sicherheitsvorkehrungen.

Vor allem aber war es ein Foto, das kurz vor dem Beginn der Ausschusssitzung den Weg an die Öffentlichkeit fand. Es zeigt ein schwarzes Ledersofa, wie es sie im Landtag zu Dutzenden gibt. Darunter liegen zwei Pakete Kopierpapier als zusätzliche Stütze. Denn ein polizeibekannter Neonazi, der als Zeuge im Ausschuss aussagen musste, ist nun einmal eher korpulent gebaut. Da gehört es dann auch zur verschärften Sicherheit im Landtag, dass niemand einfach so mit dem Sitzmöbel zusammenbricht.