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Verbraucher haben's satt

Kommentar. Das will sich niemand auf der Zunge zergehen lassen: Würmer in Seefischen, Mäusekot in Weichkäse, dioxinbelastetes Hühner- und Schweinefleisch, umgefärbte Oliver, gepanschter Wein. Ich möchte Ihnen keinesfalls den Appetit verderben, womöglich frühstücken Sie gerade. Bettina Friedenberg

Aber die angeführten Beispiele sind nur einige der in den letzten Jahren bekannt gewordenen Lebensmittelskandale. Die Liste lässt sich beinahe unendlich fortsetzen: mit Wasser gestreckte Schnitzel, Ehec-Bakterien in Sprossen und immer wieder Gammelfleisch. Ich hab's allmählich satt. Sobald viel Geld im Spiel ist, erwacht die kriminelle Fantasie skrupelloser Panscher. Jetzt also Fipronil in Hühnereiern. Als Verbraucher fühlt man sich machtlos. Zwar beeinflusst geändertes Kaufverhalten das Angebot. Aber nur kurz. Dann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Kontrollen sind inzwischen recht engmaschig, zum Glück. Deshalb erfahren wir in immer kürzeren Abständen von immer mehr Panschereien. Wenn Verdachtsfälle aber wochenlang verschwiegen werden, kommt man sich als Verbraucher erst recht veräppelt vor.

bettina.friedenberg@lr-online.de