ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 19:40 Uhr

Kommentar zum Weltdrogenbericht
Verbote sind nicht die richtige Lösung

 Igor Steinle
Igor Steinle FOTO: MOZ
Obwohl es in so gut wie allen Ländern unter teils harschen Strafen steht, konsumieren immer mehr Menschen illegale Drogen.

Das ist das Ergebnis eines Berichts der Vereinten Nationen. Berücksichtigt man, dass im Untersuchungszeitraum auch die Weltbevölkerung gestiegen ist, sind die Zahlen natürlich nicht ganz so dramatisch. Dennoch zeigen sie einmal mehr: Verbote reduzieren den Drogenkonsum nicht. Die Bundesregierung jedoch ignoriert das seit Jahren.

Dabei drängt inzwischen mittlerweile selbst die Polizei darauf, den Besitz geringer Mengen von Cannabis zu entkriminalisieren. In Berlin wurde dies zuletzt sogar für härtere Drogen gefordert. Die Nachfrage nach den Substanzen ist schlicht zu hoch. Behörden verschwenden wertvolle Ressourcen für Verfahren, die ohnehin eingestellt werden.

Ein Blick auf Gefängnisse zeigt, wie aussichtlos die Prohibition ist: Wenn Drogenkonsum nicht mal in den am stärksten kontrollierten Einrichtungen der Welt eindämmbar ist, wie soll das in einer freien Gesellschaft funktionieren?

Stattdessen fordert der gescheiterte Krieg gegen die Drogen weltweit einen hohen Blutzoll. Eine Entkriminalisierung könnte der Mafia hier und in Übersee den Boden unter den Füßen wegziehen. Beispiele aus Portugal und den Niederlanden zeigen, dass eine liberale Drogenpolitik den Konsum nicht erhöht, sondern mit gleichzeitig mehr Aufklärung in der Lage ist, Gesundheits- und Jugendschutz besser durchzusetzen.

Längst gibt es die Forderung nach einer neuen, liberaleren Drogenpolitik deswegen nicht mehr nur von den üblichen Verdächtigen wie den Linken oder den Grünen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch die Regierung die gesellschaftliche Realität endlich anerkennt.⇥politik@lr-online.de