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| 19:13 Uhr

Kommentar
Ursula von der Leyenin der Defensive

 Ellen Hasenkamp
Ellen Hasenkamp FOTO: MOZ
Für Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) passen die meteorologische und die politische Lage derzeit ganz gut zusammen: Es ist ziemlich ungemütlich. Das dürfte in dieser Woche so weitergehen. Von Ellen Hasenkamp

Am Dienstag legt der Wehrbeauftragte seinen Jahresbericht vor und dieser wird wohl wieder prall gefüllt sein mit – vielfach berechtigten - Klagen aus der Truppe über Ausrüstungsmängel und Personalnot. Von der Leyen wird auf die von ihr eingeleiteten Trendwenden verweisen und Besserung in Aussicht stellen. Doch die Geduld schwindet.

Am Mittwoch will der Verteidigungsausschuss dann aller Voraussicht nach einen Untersuchungsausschuss einsetzen, um die seit Langem schwelende Berateraffäre im Ministerium zu beleuchten. Viel zu freigiebig und zu nachlässig sollen millionenschwere Aufträge im Hause von der Leyens verteilt worden sein. Die Opposition zwingt auch hier die Ministerin, die sich selbst am liebsten an die Spitze der Offensive setzt, in die Defensive.

Und dann ist da noch das Unglücksschiff „Gorch Fock“: Auch hier gibt es für von der Leyen nicht viel zu gewinnen: Streicht sie dem alten Windjammer die Segel, verliert sie in der ohnehin Ministerinnen-skeptischen Führungsebene der Truppe weiter an Rückhalt. Lässt sie weitere Millionen in Masten und Planken verbauen, riskiert sie Ärger mit dem Rechnungshof und mit einer Öffentlichkeit, die sich zunehmend fragt, warum ein altmodischer Dreimaster unabdingbar sein soll für die Truppe des 21. Jahrhunderts.

Doch Vorsicht, vorzeitig abschreiben sollte man von der Leyen nicht: Sie läuft eigentlich immer dann zu Hochform auf, wenn es ungemütlich wird.

⇥politik@lr-online.de