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| 18:49 Uhr

Kommentar
Unverzichtbarer Außenblick

 Dieter Keller
Dieter Keller FOTO: MOZ
Kritik an der Bundesregierung kann ja so einfach sein. Da sitzen in den Bundesministerien über 20 000 Mitarbeiter. Warum brauchen sie dann auch noch allein im ersten Halbjahr über 178 Millionen Euro für externe Berater, und das Verteidigungsministerium ist da noch gar nicht dabei?

Kritik an der Bundesregierung kann ja so einfach sein. Da sitzen in den Bundesministerien über 20 000 Mitarbeiter. Warum brauchen sie dann auch noch allein im ersten Halbjahr über 178 Millionen Euro für externe Berater, und das Verteidigungsministerium ist da noch gar nicht dabei?

Weil sie sonst nur im eigenen Saft schmoren. Gerade das Verteidigungsministerium ist das beste Beispiel. Die Beschaffung der Bundeswehr gilt schon lange als höchst ineffektiv. Meint einer, das würde die Truppe oder das Ministerium aus eigener Kraft radikal ändern? Wobei sich auch die teuren Berater bislang an dem Riesenapparat die Zähne ausgebissen haben.

Im Einzelfall lohnt es sich genau hinzusehen, ob externe Berater nötig sind. Aber die Ministerien können gar nicht so viel Spezialwissen selbst vorhalten, um alles bewältigen zu können. Wir können nicht eine schlanke Verwaltung fordern und gleichzeitig erwarten, dass sie alles kann. In vielen Fällen ist eben der Blick von außen unverzichtbar. Zudem werden auch in der Wirtschaft Berater gern engagiert, um unangenehme Wahrheiten auszusprechen, die alle kennen, die aber keiner anpackt.

⇥politik@lr-online.de