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| 01:23 Uhr

Unter Brüdern

Sprechen Christen über Juden, ist oft von „unseren älteren Brüdern“ die Rede. Denn beide Religionen verbindet das Alte Testament, das für Christen wie Juden zu den Heiligen Schriften ihres Glaubens zählt.

Doch ist auch das Verhältnis zwischen den beiden Religionen bis heute nicht problemfrei: In der wieder breiter erlaubten lateinischen Messe der Katholiken wird für die Bekehrung der Juden zum Christentum gebetet. Für die Juden ist das ein Affront. Katholische Christen in Israel dagegen leiden unter einem ungeklärten Rechtsstatus ihrer Kirche und beklagen sich über die Darstellung des Vatikans in der Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem. Und über allem schwebt die unangenehme Erinnerung ans Mittelalter, als unzählige Juden in ganz Europa Opfer einer mit dem Christentum begründeten Verfolgung wurden.
Da ist es ein Hoffnungszeichen, dass Israels Präsident Schimon Peres Papst Benedikt XVI. besucht. Das Treffen steht für die Annäherung zwischen Israel und dem Vatikan, die schon wegen des Nahost-Konflikts nötig ist. Denn so wie Friedensnobelpreisträger Peres ist auch Benedikt XVI. daran interessiert, dass es im Heiligen Land Frieden gibt. Und vielleicht müssen sich Brüder ja zusammentun, um den Weg dorthin zu finden.