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| 05:14 Uhr

Kommentar
Unangenehme Wahrheiten

FOTO: Sebastian Schubert / LR
Cottbus wird noch Wochen, eher Monate Schauplatz von öffentlichen Auseinandersetzungen über das Zusammenleben mit Flüchtlingen und daraus entstehender Probleme bleiben. Dieser Disput sollte offen, aber auch ehrlich geführt werden. Dazu gehören unangenehme Wahrheiten.

Es ist nicht einfach, Tausende Menschen aus einem anderen Kulturkreis so zu integrieren, dass es keine Spannungen oder Probleme gibt. Unter den Flüchtlingen gibt es einige, die Straftaten begehen. Mit denen müssen sich Polizei und Justiz befassen. Das gibt aber niemandem das Recht, die Mehrheit der friedlichen, sich rechtskonform verhaltenden Geflüchteten unter Generalverdacht zu stellen.

Es ist verständlich, dass gerade ältere Menschen Angst haben, wenn gewaltsame Auseinandersetzungen stattfinden. Angst ist ein Gefühl, gegen das man nicht rational argumentieren kann. Das einzige Mittel zum Angstabbau ist eine für den Bürger nachvollziehbare Verbesserung der Sicherheitslage. Die muss man aber auch sehen wollen. Wer in einem Überzeugungstunnel unterwegs ist, dass, wie auf den „Zukunft-Heimat“-Demos immer wieder gesagt, hier nur „sogenannte Flüchtlinge“ unterwegs sind, die hier nicht hergehören und von denen jeder ein potenzieller Gewalttäter ist, dem ist mit Fakten nicht beizukommen.

Natürlich sind nicht alle, die bei „Zukunft Heimat“ mitlaufen „Nazis“. Es ist jedoch Fakt, dass bei den Demos nicht wenige Rechtsextremisten dabei sind. Geschlossene Grenzen allein ändern gar nichts. Nichts am grundgesetzlich geschützten Recht auf politisches Asyl und nichts an der von Deutschland anerkannten Genfer Flüchtlingskonvention. Auch das gehört zu den unangenehmen Wahrheiten für alle die, die dort mitlaufen.
simone.wendler@lr-online.de