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| 11:59 Uhr

Kommentar
Verstand vor Emotionen

FOTO: Sebastian Schubert / LR
Wenn vom Wolf die Rede ist, gehen Emotionen hoch. Die einen schreien „Feuer frei“ und wollen den Isegrim abknallen, wenn er sich zeigt. Andere kämpfen für Totalschutz ohne Kompromisse.

Beide Extreme sind falsch.

Schwer zu sagen, was genau die Wolfsdebatte so emotionalisiert?  Sind es tatsächlich die Märchen vom Rotkäppchen oder den sieben Geißlein  und dem bösen Wolf, die bei manchen eine Urangst wecken und andere mit romantisierendem Blick vom tiefen, unberührten deutschen Wald träumen lassen?

Egal: Wolfsmanagement braucht Verstand. Die Dresdner Vorschläge der Umweltminister sind eine gute Basis. Eine gesunde Wolfspopulation bleibt nahezu unsichtbar für normale Menschen. Wo ein Wolf zur Gefahr wird, müssen Fachleute handeln dürfen. Landwirte brauchen finanzielle Hilfe für den effektiven Schutz ihrer Tiere. Das ist  Bundesaufgabe und darf nicht auf Regionen abgeschoben werden. Denn vegetarische Wölfe sind genauso undenkbar wie wasserscheue Fische – nicht nur in der Lausitz. jan.siegel@lr-online.de