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Umstrittener Autor und Twitter-Fan

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Detaillierte Beschreibungen von Drogen-, Gewalt- und Sexexzessen haben Bret Easton Ellis berühmt gemacht. Mit 26 Jahren machte ihn der später verfilmte Roman "American Psycho" zum Kultautor. dpa/rdh

Jetzt wird Ellis 50 - und veröffentlicht hauptsächlich via Twitter.

Sein berühmtestes Buch stand in Deutschland mehrere Jahre lang auf dem Index. Nur Über-18-Jährige durften "American Psycho" während dieser Zeit kaufen, nachdem die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften detaillierte menschenverachtende Mord-Szenen darin festgestellt hatte. Der darauffolgende Rechtsstreit, die Verfilmung mit Hollywood-Star Christian Bale und die gesammelten Schlagzeilen machten den Roman, der inzwischen auch in Deutschland wieder frei verkäuflich ist, und seinen Autoren nur noch berühmter.

Geboren wurde Ellis 1964 als Kind wohlhabender Eltern in Los Angeles. Er studierte Musik an einem College im US-Bundesstaat Vermont und spielte in mehreren Bands. Seinen ersten Roman "Unter Null" schrieb Ellis als Teil eines College-Kurses. Der begeisterte Professor ermunterte ihn, das Manuskript zu veröffentlichen. In wenigen Jahren verfasste Ellis nach seinem Psycho-Werk einen weiteren Roman, "Einfach unwiderstehlich". Aber mit dem wachsenden Ruhm kamen auch die Probleme. Ellis zog nach New York und widmete sich hauptsächlich Drogen, Alkohol und ausschweifenden Partys. Nachdem sein damaliger Partner plötzlich starb, zog Ellis zurück nach Los Angeles. Dort lebt er noch heute ein nach eigenen Angaben eher bodenständiges Leben ohne Drogen.

An den Mega-Erfolg von "American Psycho" hat Ellis bislang nicht mehr anschließen können. Zuletzt schrieb er das Drehbuch für den Independent-Film "The Canyons" mit Lindsay Lohan, der jedoch floppte. Ellis hat sich hauptsächlich in die Welt von Twitter zurückgezogen und provoziert von dort aus - gefolgt von mehr als 430 000 Menschen. "Ich habe einfach diese zufälligen Gedanken, dann gehe ich ins Bett und am nächsten Tag steht es überall in den Nachrichten", sagte Ellis dem "New York Magazine". Dabei sei es ihm egal, was andere von ihm denken.