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| 18:15 Uhr

Ukraine hat einen neuen Präsidenten
Zum Start ein Machtkampf

 Ulrich Krökel
Ulrich Krökel FOTO: LR / Redaktion
Wolodymyr Selenskyj wäre gern anders als andere Politiker. Am liebsten, so hat es noch immer den Anschein, wäre der erfolgreiche TV-Komiker überhaupt kein Politiker. Er hat sich aber zur Wahl gestellt – und gewonnen.

Seit Montag nun amtiert der 41-Jährige als Präsident der Ukraine, feierlich eingeschworen im Plenarsaal des Parlaments in Kiew. Dort allerdings sitzen Menschen, die vor allem in Kategorien von Macht und Einfluss denken. Mit anderen Worten: Dort sitzen waschechte Politiker.

Selenskyj wird die krisengeschüttelte Ukraine nur dann erfolgreich reformieren können, wenn er bereit ist, sich ohne Rücksicht auf seine persönliche Zukunft auch mit den mächtigen Oligarchen anzulegen. Zum Lackmustest dürfte deshalb sein Verhalten gegenüber dem Multimilliardär Ihor Kolomojskyj werden, mit dem er eng verbunden ist.

Derzeit scheint kaum vorstellbar, dass ein 41-jähriger Seiteneinsteiger die Kraft aufbringt, die mafiosen Netzwerke der ukrainischen Oligarchie zu zerschlagen. Bei seiner Amtseinführung jedoch fand Selenskyj ziemlich genau die richtige Mischung aus unprätentiöser Lockerheit, präsidentieller Ernsthaftigkeit und Entschlossenheit. Auch wenn die Hoffnung, realistisch betrachtet, gering ist, so ist Selenskyj doch ein Hoffnungsträger für die Ukraine.

politik@lr-online.de