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| 01:04 Uhr

Üble Zustände

In Wahlkämpfen oder bei Festreden wird man keinen Politiker erleben, dem die Themen Bildung, Rente und Gesundheit nicht absolute Herzensangelegenheit sind. Geht es aber ans Bezahlen, verdrücken sich unsere gewählten Volksvertreten gerne schleunigst in die Büsche.

Oder sie greifen zu faulen und ärgerlichen Kompromissen, so, als die Regierungschefs der Länder beschlossen, die Bereitschaftsdienste von Krankenhausärzten nicht vor dem 1. Januar 2007 als Arbeitszeit anzuerkennen. Dabei ist das schon lange Zeit europäisches Recht. Auch hat das Bundesarbeitsgericht dazu bekräftigt, dass diese Mehrarbeit vergüten werden muss.
Deutschlands Krankenhausärzte sind in aller Regel nicht auf Rosen gebettet. Ihre Arbeitsbedingungen sind zum Teil elend schlecht. Viele haben miserable Zeitverträge, oft nur über wenige Monate, leisten horrend viele Überstunden. Und die Bezahlung vor allem junger Mediziner ist dem verantwortungsvollen Job, bei dem es auch um Leben und Tod gehen kann, überhaupt nicht angemessen. Mehr verdient als heute haben die Krankenhausmediziner deshalb allemal. Und ganz so einfach können sich diesmal Länder und Kommunen nicht davonstehlen. Die Ärzte haben nämlich bei ihren Kampfmaßnahmen wichtige Verbündete. Die Patienten, die Verständnis für die Streiks zeigen.