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| 22:18 Uhr

Am Rande
Erst montieren, dann ventilieren

 Jan Siegel
Jan Siegel FOTO: LR / Sebastian Schubert
Bei 40 Grad im Schatten wirkt ein Ventilator lebensverlängernd. Ein „must have“ (engl. haben müssen), wie wir Franzosen so schön auf Neudeutsch sagen. Von Jan Siegel

Vor dem Ventilieren aber kommt das Montieren. Längst haben nicht nur Möbelhersteller ihre Kunden zu ehrenamtlichen – das heißt unbezahlten – Produktionsmitarbeitern befördert. Möbel kommen ja bekanntlich inzwischen zuverlässig als Bretterstapel samt Schrauben- und Beschlaghäufchen mit teils rätselhaftem Verwendungszweck ins Haus.

Der Montagevorgang selbst – auch beim Ventilator – ist dröge, aber ein Blick in die imposante Montageanleitung kann erheitern. Denn nachdem ich unter den 27 gängigsten Amtssprachen der EU die vier Seiten „DE“ identifiziert und die überschwänglichen Glückwünsche zum Kauf dieses „hochwertigen Qualitätsprodukts“ entgegengenommen hatte, wurde es Ernst. Den unvermeidlichen Sicherheitshinweisen (nicht unter Drogeneinfluss nutzen) folgte nämlich die Anweisung, die Einzelteile auszupacken, ehe die Montage beginnen kann. Wahrscheinlich ein sehr wichtiger Tipp für alle, die die Sicherheitshinweise ignorieren, auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, wie die Montage eines Standventilators in einem transportoptimierten Pappkarton aussehen könnte. Aber ich hatte auch keine Drogen im Haus.

Bemerkenswert auch, dass direkt nach der „Montage“ das Kapitel „Entsorgung“ folgt, ehe die „Bedienung“ erklärt wird. Möglicherweise erübrigt sich die „Bedienung“ aber bei Heimwerkern, die unter Drogeneinfluss versucht haben, den Ventilator im Pappkarton aufzubauen. Da bleibt die fachgerechte „Entsorgung“ wohl in der Tat der einzig mögliche finale Akt.

jan.siegel@lr-online.de