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| 13:27 Uhr

Kommentar zum Verbot von Plastiktüten
Tut ja nicht weh

FOTO: MOZ
Kommentar. Jetzt überbieten sich die Bundesumweltministerin und die CSU-Spitze beim Wettbewerb um das Verbot von Plastiktüten. Wird das die Vermüllung der Welt stoppen? Wird Mikroplastik künftig nicht mehr die Meere verseuchen? Von André Bochow

Ein kleiner Beitrag könnte es immerhin werden. Und wer nicht glaubt, dass sich ein solches Verbot durchsetzen lässt, der werfe einen Blick auf das kleine Ruanda. Dort gilt das Verbot seit 2006.  Andere afrikanische Länder sind dem Beispiel gefolgt. Es funktioniert also. Natürlich.

In Deutschland geht der Verbrauch von Plastiktüten seit Jahren zurück. Ein kleines Entgelt für Behältnisse ließ den Bedarf sofort sinken. Die ökologische Lenkungswirkung ist übrigens umstritten, weil auch die Herstellung von Papier-und Stofftragetaschen die Umwelt belastet. Aber selbst wenn die ökologischen Vorteile wirklich überwiegen würden, bliebe das Verbot in Deutschland ein Akt der Symbolpolitik. Was es für die Politiker so attraktiv macht: Es ließe sich leicht durchsetzen, weil es kaum jemanden stören würde.

Aber wenn es um die Besteuerung von Flugbenzin geht, um höhere Steuern für unnötig große und schwere Autos oder um Verbote von Pestiziden in der Landwirtschaft, wenn also die Folgen nicht mehr im Cent-Bereich gemessen würden, sondern fast jeder von uns draufzahlen müsste – dann ist es vorbei mit der konsequenten Öko-Haltung der GroKo.

Sollte allerdings das Plastiktütenverbot nur das Signal für wirklich große, künftige Taten sein, dann sollte man der Bundesregierung, wenn es tatsächlich zum Verbot kommt, zu diesem ersten Schrittchen gratulieren.

Und wir sollten sie dazu ermuntern, den Mut ja nicht gleich wieder sinken zu lassen.

politik@lr-online.de