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| 19:35 Uhr

Kommentar
Transparenz in der Krise

Dorothee Torebko
Dorothee Torebko FOTO: lr / LR
Die Bahn steckt in einer tiefen Krise. Chef Richard Lutz spricht von einer schwierigen wirtschaftlichen Situation und appelliert an seine Mitarbeiter, zusammenzustehen, statt sich gegenseitig die Schuld für die desolate Lage zu geben. Dorothee Torebko

Doch nicht nur er und seine Bahner sind in der Pflicht. Auch der Bund muss jetzt Konsequenzen aus der Misere ziehen. Der Eigentümer des Konzerns duckt sich jedoch größtenteils weg. Zu der steigenden Verschuldung und möglichen Folgen äußerte sich das Verkehrsministerium zunächst nicht. Das wäre aber angebracht.

Viele Probleme sind seit Jahren bekannt. Die katastrophale Situation bei DB Cargo zum Beispiel. Erst in diesem Sommer hat der Bund eine Trassenpreissenkung angekündigt, um den Güterverkehr zu stärken. Zugleich wird die Straße jedoch unterstützt. In Hessen wird es bald vom Bund geförderte Teststrecken für Oberleitungs-Lkw geben – die neben dem Elektro-Antrieb aber auch auf den umweltschädlichen Diesel angewiesen sind. Ein klares Bekenntnis zur Verkehrswende und Stärkung der Schiene ist das nicht.

Dabei wäre das gerade in Zeiten, in denen Manager von Autokonzernen Kunden belogen und betrogen haben, ein wichtiges Zeichen. Lutz will im Gegensatz zu vielen Auto-Bossen Probleme nicht länger verschleiern, deshalb wählte er den transparenten Weg. Gut so.

politik@lr-online.de