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| 01:34 Uhr

Tiefschläge machen stark

Tränen statt Titel: Wieder einmal hat Michael Ballack einen großen internationalen Titel verpasst. Anstatt mit dem FC Chelsea den Champions-League-Sieg über Manchester United zu bejubeln, blieb dem gebürtigen Görlitzer am Ende nur bitterliches Weinen übrig.

Es waren ähnliche Bilder wie jene am 4. Juli 2006, als Deutschland im WM-Halbfinale an Italien scheiterte und sich Ballack seiner Tränen nicht schämte. Es ist durchaus tragisch, dass ausgerechnet diesem großartigen Fußballer immer wieder der ganz große Triumph verwehrt zu bleiben scheint. Der finale Sieg in Europas Königsklasse hätte dem Kapitän der Nationalelf ganz sicher Auftrieb gegeben hinsichtlich der bevorstehenden Europameisterschaft. Müssen wir uns nun Sorgen um die „Mission EM-Titel“ machen? War es für Ballack möglicherweise ein Tiefschlag zu viel? Wird er sich von diesem Trauma des „ewigen Zweiten“ vielleicht nicht mehr erholen? Unfug! Natürlich hat Ballack diese Champions-League-Trophäe mit aller Macht in seinen Händen halten wollen. Und selbstverständlich tut die Niederlage weh. Aber ungeachtet aller Tränen wird dieser erfahrene Spitzenfußballer, der nicht zuletzt in England unglaublich gereift ist, keineswegs daran zerbrechen. Denn Siege mögen zwar schön sein, aber es sind die Tiefschläge, die einen letztlich voranbringen. Ballack mag momentan emotional am Boden sein, doch schon bald wird er sich stärker denn je zurückmelden. Wünschenswerter Zeitpunkt wäre natürlich der 8. Juni, wenn die deutsche Mannschaft bei der EM ihr Auftaktspiel gegen Polen bestreitet.