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| 19:05 Uhr

Theresa May gibt auf
Rücktritt ohne Ruck

 Ulrike Sosalla
Ulrike Sosalla FOTO: MOZ
Theresa May ist zurückgetreten, und nicht wenige Beobachter werden im Geiste das Wort „endlich“ ergänzt haben. Doch die Erleichterung ist flüchtig. Ein Blick nach vorn zeigt: Dieser Rücktritt ist keiner, nach dem ein Ruck durchs Land geht, neue Chancen sich auftun.

Im Gegenteil: Auf ihren Nachfolger warten dieselben Hürden, über die May nun schließlich gestürzt ist.

Denn auch Mays Nachfolger hat keine eigene Mehrheit im Parlament und muss Kompromisse aushandeln. Gerade beim alles entscheidenden Thema Brexit aber sind Kompromisse schwierig. Ein fertig ausgehandelter Vertrag mit der EU liegt auf dem Tisch. Die EU ist unnachgiebig: Entweder dieser Vertrag oder ein harter Brexit. Beides lehnt das Parlament entschieden ab.

Geht die Europawahl für die Tories so vernichtend aus, wie es die Umfragen vorhersagen, engt das den Spielraum des oder der Neuen zusätzlich ein. So ungern Brüssel das auch hört: Die Lösung für dieses Patt liegt nicht allein in London.

Wenn aus dem Abgang Theresa Mays überhaupt so etwas wie ein neuer Anfang erwachsen soll, dann muss sich auch die EU bewegen. ⇥politik@lr-online.de