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| 01:08 Uhr

Tausende Tote bei zweiter Intifada

Jerusalem.. In den vier Jahren seit Beginn der zweiten Intifada sind bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen 3549 Palästinenser und 1017 Israelis getötet worden. Diese Zahlen veröffentlichten Israel und die palästinensische Autonomiebehörde gestern zum vierten Jahrestag des Aufstandes.

Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums waren unter den getöteten Palästinensern 772 Kinder und Jugendliche. Laut einem Bericht des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Beth starben auf israelischer Seite 703 Zivilisten und 314 Soldaten oder Polizisten. Die Palästinenser hätten insgesamt 13 508 Angriffe verübt, darunter 138 Selbstmordattentate.
Das palästinensische Gesundheitsministerium teilte mit, 159 Palästinenser seien bei gezielten Aktionen der israelischen Armee getötet worden. Die Palästinenser beklagen somit in den letzten vier Jahren zwei bis drei Tote pro Tag, die Israelis einen. Rechnet man die palästinensischen Todesopferzahlen auf deutsche Verhältnisse um, wird die fürchterliche Dimension des Konfliktes noch deutlicher: Sie entsprächen einer Rate von täglich rund 50 Toten in Deutschland.
Am 28. September 2000 besuchte der damalige Oppositionsführer und heutige israelische Ministerpräsident Ariel Scharon den Tempelberg mit der moslemischen El-Aksa-Moschee in Jerusalem, woraufhin der zweite Aufstand der Palästinenser begann.
Über das Ergebnis des Kampfes gibt es in der palästinensischen Gesellschaft höchst unterschiedliche Ansichten. "Der Widerstand hat seine Höhen und Tiefen", sagt der Sprecher der radikal-islamischen Hamas-Organisation, Sami Abu Suchri. Der Kampf gehe jedoch weiter. Dagegen sagt die palästinensische Schauspielerin Mai Abu Seidan, der Aufstand habe die Palästinenser um Jahrzehnte zurückgeworfen.
Das vierte Kriegsjahr brachte dramatische Veränderungen in militärischer und politischer Hinsicht. Doch das wichtigste Ziel der Palästinenser rückte in immer weitere Ferne: Vom unabhängigen Staat Palästina spricht praktisch nur noch Jassir Arafat. (AFP/dpa/kr)