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| 09:56 Uhr

Der Tatort im RUNDSCHAU-Visier
Krimi statt Knall-Konkurrenz

Daniel Schauff
Daniel Schauff FOTO: LR / Sebastian Schubert
Köln. Die ersten Minuten tun bereits weh. Der junge Familienvater, kurz vor der Heirat, sturzbetrunken, glücklich und hundemüde überlebt den Nachhauseweg nicht. Kein Unfall, sondern eiskalte Absicht. Haben Sie gesehen, wie sich die Erkenntnis ganz langsam bei der Witwe, nicht älter als 30, breit macht? So spielen zu können, ist eine Kunst. Schade, dass es nur für eine Nebenrolle gereicht hat. Andererseits: Viel schlechter war die restliche Darsteller-Riege im Kölner Tatort auch nicht. Die Kölner machen einmal mehr das, wofür sie in letzter Zeit bekannt geworden sind – solide, spannende, einigermaßen unaufgeregte und doch einigermaßen mitreißende Krimis zum Sonntagabend, quasi das, was sich die Tatort-Fans seit so langer Zeit wünschen. Zu viele Experimente, zu viel Bundespolitik, Eventbühne statt Kammerspiel – wenn sich alle gegenseitig nur noch übertreffen wollen, wird’s irgendwann schwierig. Von Daniel Schauff

Wie schön, dass sich die Rhein-Ermittler aus dem Konkurrenzkampf zurückgezogen haben und einfach einen Tatort bringen, den Mut haben, eine zerrissene Familie zu porträtieren, ohne dabei irgendwelche Atomdeals dafür verantwortlich zu machen. Ach ja, und das Talent, Komik genau dann einzusetzen, wenn sie auch wirklich komisch ist. Jütte: genial.

4c_TV Tatort ARD
4c_TV Tatort ARD FOTO: LR / Schubert, Sebastian